Der Hoch Obir im Zeitablauf von drei Jahrhunderten
Geschrieben von Andreas Klaura   
Tuesday, 28. September 2004

Ein aktueller Bericht über die Geschichte des Hochobirs und der ÖTK-Sektion Südkärnten anläßlich der Gedenktafelenthüllung auf der Hannwarte.

Am Samstag, 25. Sept. 2004, wurden am Hoch Obir zwei Gedenktafeln enthüllt, die an die ehemalige meteorologische Station „Hannwarte“ am 2.140m hohen Gipfel, und an das ehemalige „Rainer Schutzhaus“ in 2.042m Höhe erinnern.

Der Österr. Touristenklub wurde 1875 in Wien gegründet. Alpinpioniere aus dem Raum Völkermarkt bis Krainburg / Kranj hoben 1877 die erste Sektion des ÖTK in Eisenkappel aus der Taufe. Diese Pioniere haben maßgeblich Anteil an der touristischen Erschließung der Karawanken und Steiner Alpen.

Nach auflassen des Bergbaubetriebes unterhalb des Obir Gipfels, in einer Höhe von 2.042m, schenkte der Gewerke Dr. Viktor von Rainer das damalige eingeschossige Knappenhaus, der Sektion Eisenkappel des Österr. Touristenklub. Es wurde ganzjährig bewirtschaftet und hatte ab dem Jahr 1882 eine Telefonverbindung ins Tal. 1908 wurde es zu einem stattlichen Schutzhaus ausgebaut, in dem auch die meteorologische Station untergebracht war. Im Kriegsjahr 1944 wurde diese weithin bekannte Touristenherberge eingeäschert. Dem edlen Spender zur Ehre nannte man das Haus „Rainer Schutzhaus“

Am Gipfel des Hoch Obir befand sich bis zum Jahr 1947 die meteorologische Mess-Station. Seinerzeit die höchstgelegene der habsburgischen Monarchie. Ab dem Jahr 1846 wurden 98m unter dem Gipfel, im Rainer Schutzhaus, regelmäßig Wetteraufzeichnungen vorgenommen, die von Dir. Johann Prettner (1812–1895) organisiert wurden. Im Jahre 1891 wurde hier, die auf dem noch vorhandenen Metallgerüst montierte, mit Holzwänden eingehauste Wetterstation feierlich eingeweiht. Sie wurde zu Ehren des international bekannten Meteorologen Julius von Hann (1839-1921), der sich auch für den Bau tatkräftig einsetzte, als „HANNWARTE“ benannt.

Die Enthüllung der Gedenktafeln erfolgte durch den Präsidenten des ÖTK, Sektionschef Dr. Wolfgang Nolz aus Wien und dem Obmann der ÖTK Sektion Südkärnten, Eberhard Klaura. Die beiden nahmen anschließend in der Eisenkappler Hütte die Ehrung langjähriger Mitglieder im Beisein von Bgmst. Dr. Dieter Haller vor.
Es wurde aber auch dem 50-jährigen Bestehen der Eisenkappler Hütte gedacht. Der Ehrung wohnten auch einer der Initiatoren des Hüttenbaus, Willi Schenk, die Hüttenpatin Gisela Scherabon (geb. Steinacher) und Frau Johanna Haberl bei, die 1951 geholfen hat Dachschindeln von Ebriach aus auf den Berg, in 1.555m Höhe zur Seealpe zu tragen.
Nach dem Krieg war am Hoch Obir kein alpiner Stützpunkt mehr existent. Ambitionierte Mitglieder der 1950 gegründeten Ortsstelle Eisenkappel, des Österr. Bergrettungsdienstes errichteten ab dem Jahr 1951 die Eisenkappler Hütte, die am 25. Juli 1954 eingeweiht und später vom ÖTK übernommen wurde. Heute steht die Eisenkappler Hütte den Wanderern, Alpintouristen und Tourengehern als Stützpunkt zur Verfügung. Die Bewirtschaftung erfolgt von Mai bis Oktober und im Winter an Wochenenden mit Schönwetter. Seit den 1970er Jahren wurde die Hütte ständig verbessert und ausgebaut und dient der Bergrettung auch heute noch als Depot von Rettungsgeräten.

Nach wie vor befinden sich die Grundstücke der ehemaligen „Hannwarte“ und die Ruine des „Rainer Schutzhauses“ im Besitz des ÖTK.
Seit der Gründung der Sektion Eisenkappel des ÖTK (1877) wurden viele Hütten und Weganlagen gebaut. So hat der ÖTK auf der Petzen bis zum Jahr 1905 das Berghaus als Touristenunterkunft, und die erste „Frischaufhütte“ an der Südseite des Grintovec betrieben. Zu damaliger Zeit wurden von der Sektion Eisenkappel der Nordanstieg zum Grintovec und der Steig in der Vellacher Kotschna zum Sanntaler Sattel gebaut und gesichert.
Heute betreut der ÖTK im Gebiet der östlichen Karawanken ein Wege- und Steignetz von 120 km Länge, arbeitet an der Erstellung von Leitsystemen für Touristenströme, befürwortet eine Installierung des Naturpark Karawanken, die Erhaltung und der Ausbau der Eisenkappler Hütte ist ein besonderes Anliegen.
Auf der Homepage www.eisenkapplerhuette.at werden die Mitglieder über aktuelle Vorhaben informiert, wo man aber auch einiges zum integrierten Entwicklungskonzept Hoch Obir nachlesen und -schauen kann.




Metallbau STARMANN spendete die Gedenktafeln am Gipfel des Hoch Obir und
jene bei der Ruine des Rainer Schutzhauses.